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Donnerstag, 23. Juni 2022

Regenbogenzeit


Obwohl die Regentropfen noch fallen, schauen wieder ein paar Sonnenstrahlen heraus. Gute Voraussetzungen für einen Regenbogen und um Danke zu sagen:

- für das Lächeln, dass mir Feuerwehrautos auf das Gesicht zaubern (und die Aussicht bald einen Feuerwehrmann wieder im weiteren Familienkreis zu haben)

- für den Zauber der Glühwürmchen (und die absolut niedliche Reaktion des Hundes)

- für die Ruhe, die die Tiere auf dem Kinderbauernhof selbst wilden Kindern vermitteln

- ja, auch für den Sonnenbrand, denn er zeigt mir, dass ich draußen arbeiten darf

- für das Lachen bei der Wasserschlacht

- für den liebevoll gedeckten Tisch

- für den Sonnenschein nach dem Regen 

Mittwoch, 22. Juni 2022

Narbentage

Karindrawings  habe ich in der letzten Supervision kennen gelernt. Dort war schon die gezogene Karte mehr als passend und fasste den Tag gut zusammen. Der heutige Text (hinter dem Link) bringt es auch wieder auf den Punkt. Krasser Shit, den mir das Leben zumutet. Jo. Zwei Sätze greife ich für heute raus:

"Das Leben fügt dir NARBEN zu."
Ja, heute ist so ein Narbentag. Scheitern aushalten. Akzeptieren, dass die eigenen Vorstellungen für den Lebensweg der Tochter nicht passen. Flexibel sein, weil Termine ausfallen. Nachtrauern, dass man nicht die erhoffte Auszeit vom Arbeitsalltag bekommt. Den Arbeitsalltag mit verschiedenen Vorstellungen und Überzeugungen aushalten. Trost spenden, etwas verbalisieren für die das Gegenüber keine Worte hat. Angst haben. Erklären, dass man verletzt ist. Ich glaube, das ist mit am schwersten gefallen heute. Tränen laufen lassen. Heute mittag, heute abend. Hundefell nass weinen dürfen. Schwere Sätze aushalten, sacken lassen. Zeit zum traurig und verletzt sein nehmen. 

"Leben heilt."
Ja, irgendwann werden die großen und kleinen Schrammen des heutigen Tages wieder irgendwann heilen. Für die unverhofften Segenspuster bin ich dankbar. 

Aushalten?



Anstrengend war die Woche. Mein Körper hat mir eine klare Auszeit verpasst. Nur wird es leider nicht leichter, wenn die Arbeitswelt weg fällt.  Dort bin ich im Land zwischen Abschied und Neubeginn.  Jedes Mal emotional.  Zuhause? Irgendwo im undefinierbaren Land mit wenig Kraft spendendem, dafür vielen Ansprüchen an mich... und viel dünner Haut.

Dienstag, 14. September 2021

Nachtfahrten

Nachts um Eins sind die Straßen schön leer. Deeskaliert habe ich und auch noch direkt einen Parkplatz bekommen. Läuft ... jedenfalls manchmal auch vorwärts. Teilweise aber eher rückwärts und bergab... oder so. Gute Nacht.

Montag, 13. September 2021

Kompliziert

Wie kompliziert alles für Menschen ist, die nicht zu unserem direkten Umfeld gehören, begreife ich wieder mal, als ich mit der Seelsorgerin spreche. Warum Darmstadt? Warum überhaupt Klinik? Warum Psychatrie? Und ich merke Überforderung, wenn ich zu offen bin. Verständlich. Daher fange ich an zu sortieren. Wer bekommt welche Informationen, wem antworte ich wie auf die Frage wie es mir geht. Antworte ich überhaupt?
Auch schaue ich, wofür ich Kraft habe.... sage ab, was nicht geht. Isthaltso, auch wenn es erstmal unverständlich scheint.

Mittwoch, 8. September 2021

Neue Dimension

 Die Tage fliessen vorbei. Geplant ist, die Paralympioniken am Flughafen zu begrüßen. Auf dem Wege die letzten Dinge einzukaufen werde ich abgefangen. Eine fremde Nummer, ein befremdlicher Anruf. Die Mutter des Freundes der Tochter. Darauf hin kehre ich um und rufe den RTW. Betrete wieder die Parallelwelt. In der Klinik ein "die war doch erst da" der Mitarbeiter. Stimmt, erst vergangene Woche entlassen.  Damals mit einer Stoffwechselentgleisung, heute mit einem neuen Suizid. Ein Wort, dass mir inzwischen viel zu leicht über die Lippen kommt. Aber, die Klinik vor Ort hat keinen Platz, daher geht es weiter.

Es hämmert in meinem Kopf. Hört das nie auf? Findet sie immer neue Wege? Wo endet es? Endet es irgendwann damit, dass sie sich nicht finden lässt und es dann endlich "geschafft hat"? Gibt es Schutz? Für sie? Für uns? Wir wissen, dass wir uns auf einem Drahtseil befinden, aber der Absturz tut immer wieder neu weh ....

Gekündigt

 Erst der Anruf vom Jugendamt, dann das Gespräch in der Wohngruppe. Der Platz ist gekündigt ... eine wohnortnahe Lösung soll angestrebt werden. 

Liebevolle Verabschiedung, ein paar Tränen fliessen, während ich versuche all den Kram ins Auto zu packen...

Das Jugendamt hat einen Vorschlag, den wir dankbar aufnehmen. Ein neues Vorstellungsgespräch. Der Jugendamtsmitarbeiter an seinem vorletzten Arbeitstag, die Erziehungsleitung hat noch drei Wochen, bevor sie die Stelle wechselt. Skurril. Es klingt ok - Skepsis nach den gemachten Erfahrungen ist völlig normal. Halbherzig sagt die Tochter zu, die neue Wohngruppe sagt ab. Der Betreuungschlüssel passt nicht.

Mit Wohngruppe ist doof, ohne Wohngruppe geht es irgendwie auch nicht. Wohin geht der Weg?