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Sonntag, 4. November 2018

Wie nur?

"Eigentlich bräuchtest du mal wieder Auszeit, ich meine, von uns als Familie," meinte meine Tochter neulich....
Aber ganz eigentlich will ich das nicht. Ich will nicht Auszeit von meinem Alltag nehmen müssen um den Alltag zu verkraften. Dabei macht es mir mein Alltag nicht gerade leicht.
Meinen Energiehaushalt habe ich die Tage mit einem Handyakku verglichen. Ich schaffe es ihn soweit aufzuladen, dass er aus dem roten Bereich raus ist. Dann gehts halt weiter... Weiter zwischen Schulverweigerung, Therapeutensuche, Lösungssuche, Arbeitsalltag, anderen gesundheitlichen Baustellen in der Familie und dem sonstigen Alltag, der ohnehin bei der kleinen Patchworkfamilie nicht einfach ist.
Wie also .... wie schaffe ich es, meinen Akku aufzuladen ohne ständig "flüchten" zu wollen/müssen?

Schreiben, das ist mein erster Gedanke.... Schreiben um Gedanken fest zu halten und weil es gut tut....

Willkommen zurück hier im Blog - bei einer Geschichte die hoffentlich am Ende irgendwann gut wird. Nämlich dann, wenn es ein Familienleben gibt bei dem mir meine Kinder nicht mehr sagen, dass ich wohl eine Auszeit brauche....

Samstag, 7. Oktober 2017

Gebärden, Moves und Luftballons

Großveranstaltungen faszinieren mich irgendwie ja doch. Einerseits hasse ich die Menschenmengen, andererseits... tja ... andererseits.... war das neulich das Einheitsfest. Drüben, auf der anderen Rheinseite. Und die Dancecrew der Trainerin der Großen. Die trat auf, am Montag abend. Nun denn ... also auf ins Getümmel. Die Jüngste meinte "am Feiertag würde ich auch hin fahren". So sind wir dann zu dritt los. Vorbei an Karat (da wäre ich ja schon gerne länger stehen geblieben) und an Bundesländerständen. "Mama, morgen möchte ich mindestens 5 verschiedene Luftballons sammeln", meinte die Mittlere. Bis wir die Bühne gefunden haben, war das so eine Sache ... und aus dem erhofften großen Auftritt wurden 2x ca. 4 Minuten voller Power und Präsenz. Wow.
Eine kure Absprache mit der Leitung wegen möglichen Auftritten bei den Rollstuhlbasketballern, Gutscheine (die wir dann weiter verschenkt haben) und eine Einladung für den nächsten Tag. "Da machen wir auch noch einen kleinen Workshop".
Der nächste Tag war dann ziemlich witzig, voll, stickig ... aber missen möchte ich die gemachten Erfahrungen nicht. Nicht, dass ich inzwischen wieder doch ein kleinwenig gebärden kann und dafür jetzt ein Geldbörsentaugliches Fingeralphabet habe. Nicht das glückliche Gesicht der Mittleren die Luftballons gesammelt hat. Nicht die Begegnungen auf dem Liebfrauenplatz und das wissen, dass die schönsten Erlebnisse jenseits der Hauptstrassen statt fanden....

Mittwoch, 27. September 2017

Wieder zurück

Meine Mittlere ist wieder zurück. Nicht nur von der Reha oder von der Pfadfinderfahrt. 2 Jahre in der alten Klasse hatten sie verändert. Wie sehr verstehe ich erst nach und nach. Da die kleine Schwester sowieso auf einem anderen Gymnasium ist, haben wir eine Familienzusammenführung gemacht. Und das Fazit seit den Sommerferien? Mein Kind ist wieder sie selbst.... fröhlicher, ausgeglichener. Puh.

Leere

Wochenlang. Der Alltag lief ... aber alles darüber hinaus war anstrengend, mega mega anstrengend. Im Juni ist mein Vater gestorben, im Juli beerdigt worden. Gänsehautmomente auf der Beerdigung. Kennenlernen seiner Brüder. Danach hatte ich Urlaub. Und war leer. Habe geschlafen, geschlafen... und sonst nicht viel gemacht. Ganz, ganz langsam bin ich wieder "ich" und kann auch wieder Dinge rechts und links des Weges sehen.... Den Weg dazwischen beschreibe ich sicher noch.... irgendwann.

Mittwoch, 7. Juni 2017

betreut

Noch auf der Station bat uns der Arzt uns über allerhand Fragen nachzudenken und ihnen die Richtung vorzugeben, wie bei Extremsituationen weiter zu verfahren sei.
Letztendlich habe ich das Fax unterschrieben, dass ich die Betreuung übernehme und hatte dann das zweite Mal in meinem Leben ein Aufklärungsgespräch zum Luftröhrenschnitt ... Es ist schon merkwürdig, dass dann für den eigenen Vater zu unterschreiben.

Sonntag, 4. Juni 2017

Intensiv

"Tina, da ist was los mit deinem Papa", ruft mich seine Nachbarin an. Rettungswagen, Notarzt, schliesslich Klinik 90km entfernt. Hirnblutung operiert.... und das bange Warten. "Die OP hat er gut überstanden, alles weitere werden die nächsten Tage zeigen."
Für uns stand das lang ersehnte auftank-Wochenende der Gemeinde an. Fahr ich, fahr ich nicht? Ich fahr ... im künstlichen Koma nimmt es mein Papa mir sicherlich nicht übel, wenn ich statt Freitag erst Sonntag komme.
So stehen wir Sonntag alle drei an seinem Krankenbett. Ein ernüchterndes Gespräch mit dem Arzt und Fragen, denen wir uns stellen müssen, weil es keine Patientenverfügung gibt. Uffz ...
Die Richtung ist schnell klar, der Arzt stimmt uns zu. So würde er für seine Angehörigen auch entscheiden. Nein, im künstlichen Koma läge er nicht mehr, schon seit Freitag nicht. "Aber..." Kann niemand sagen. Vermutlich sind die Schädigungen so groß, dass ihm weitere Reaktionen nicht mehr möglich sind. Es sei schon ein großes Areal, dass betroffen sei....
Tief betroffen fahren wir alle unserer Wege. 

Montag, 17. April 2017

Ostern 2017 - Auferstehung

Dunkle Wochen liegen hinter mir. Graue Nebel- und Wintertage, aber auch in mir war es lange grau und dunkel. Es braucht immer eine Weile, bis ich mich dann an das erinnere, was mir Kraft gibt und was mich stärkt. Und dann passiert es doch, dass ich wieder ins nächste Loch falle aus dem ich mich mühsam berappelen muss.
Wann also - wenn nicht an Ostern - ist ein guter Zeitpunkt um Auferstehungs- und Glücksmomente zu sammeln und sich so zu stärken, damit dunkle Tage erhellt werden können und Löcher umgangen werden. (Bilder folgen morgen)
- (Freitag) Last abladen dürfen, Stille beim Kreuzweg finden
- (Samstag) Zu mir stehen und ganz ehrlich sagen, dass ich zu etwas keine Lust habe ... und dennoch einen Weg finden, dass die gehen können, die das wirklich wollen
- (Sonntag) Vorbereitungen für die Gemeinde offensichtlich machen und doch am Pfarrer vorbei führt zu erstaunten Gesichtern und viel Freude im Auferstehungsgottesdienst
- (Sonntag) trotz Unlust beim aussuchen fest zu stellen, dass die Kleinigkeiten für die Mädchen doch richtig waren, das Familiengeschenk sowieso
- (Montag) kurze, entlastende Gespräche führen
- (Montag) von der jüngsten Nichte angestrahlt werden
- (Montag) Lob bekommen