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Mittwoch, 6. Juli 2022

Verrückte Zeit

 ... aber voller Dankbarkeit. Die Panik darf Vertrauen weichen. Das zarte Pflänzchen wird hoffentlich weder vertrocknen, noch kaputtgegossen werden, sondern wachsen.

... voller Vertrauen. Netter ist ein Erstgespräch in Begleitung der Chefs. Soll nicht sein. Der Start der neuen Maßnahmen ist eh schon kurios. Aber ich vertraue auf mich und auf die Kinder. Der Rest wird sich schon geben.

... mit zu kurzen Nächten und viel zu vielen Plänen und Ideen. ;)

... mit wachsendem Frieden im Herzen. <3 

Freitag, 18. Juni 2021

Der nächste Einschlag

 Ein wenig sieht es in mir vermutlich wie auf dem Mond aus. Immer wieder Einschläge die ich mal besser, mal schlechter, mal erst nach einigen Jahren weg stecke.

Jetzt wieder so einer. "Ihre Tochter sollte seit 22 Uhr zu Hause sein, wir haben die Polizei informiert, das müssen wir." Ok, nicht das erste Mal, dass es so eine Nachricht gibt und das Kind mit ausgeschaltetem Handy unterwegs ist. Aber das erste Mal in der Wohngruppe. Die SMS-Funktion aktiviert. Nach 1,5 Stunden das erste kurze "Handy ist erreichbar". Aber so schnell es an war, war es auch wieder aus. Nur, das definitive Signal, dass es ihr soweit gut geht. Chatkontakt zur Wohngruppe. Warten auf den Zug, der mit wenig Umsteigen zu uns fährt. 

Dann der Entschluss doch zu schlafen. Unruhig. Bis heute morgen wieder eine SMS kommt, diesmal ist das Handy an. "Wo bist du?" "Im Krankenhaus"... Sie lebt, sie kann telefonieren, so schlimm wird es nicht sein. Mehr will sie auch am Telefon nicht sagen - meinetwegen. Morgen halt beim Besuch.

Jetzt warte ich auf den Rückruf vom Arzt, der mir dann hoffentlich etwas weiter hilft ...
 

Mittwoch, 9. Juni 2021

Fragezeichen

 Zugegeben gibt es dieser Tage mehr Fragen als Antworten. Ein Gespräch, dass heute statt finden sollte, findet morgen statt. Dafür kam gerade die Nachricht von der Entlassung meiner Tochter - die Bauchweh deswegen hatte. Kann man ja mal machen, so kurz nach einer heftigen psychatrischen Krise, verstehen muss ich es als Elternteil nicht. 

Ich habe Angst. Angst, dass es beim nächsten,  vielleicht auch erst beim übernächsten Mal zu spät ist.

Sonntag, 6. Juni 2021

Dankbarkeit



"Wissen Sie, welchen Test sie machen wollen?" "Ja, bitte professionelle Nasenreinigung." Den Lacher hatte ich auf meiner Seite. Mein Humor bleibt. Manchmal schwarz, manchmal hängt er am Galgen, aber er ist nicht weg. Wir stehen an, für den notwendigen Test um die Intensivstation zu betreten. Ich philosophiere, dass "Nasopharyngealabstrich" sicherlich jeden beim Galgenmännchen zum Wahnsinn treibt. 
Die Dankeschön-Tüten hätte ich fast zweimal vergessen. Einmal holt mein Mann sie, das andere Mal muss ich nochmal zurück zum Auto laufen. Überraschung, Freude. Und ein gut gelauntes Kind. Nach wie vor angeschlagen, aber um einiges fitter als am Freitag. Wir spielen Skip Bo zusammen, philosophieren mit der Sitzwache und der zuständigen Schwester über die Spiele, die so in einer Klinik gespielt werden und haben, wenn man die Umstände ausblendet, einen gar nicht so schlechten Nachmittag. Da wäre dann noch die Neugierde. Mein Mann begreift mit Zahlen die Welt ein Stückchen besser und ... wenn ich ehrlich bin, ich bereue es, dass ich nochmal nachgefragt habe, weil mein Mann die Zahl wissen wollte. Uff. Der Körper hat eine Höchstleistung vollbracht, dass er das so schnell überstanden hat. Dankbarkeit. Für die Schutzengel, die Schlimmeres verhindert haben. Für gute Gespräche auf der Autofahrt. Für das umsorgen des Kindes. Für die warmen Worte aus der Wohngruppe. Für die Sonnenstrahlen auf dem Rückweg.