Manchmal hat der mobile Dienst auch Vorteile. Nämlich dann, wenn man dringend ein Rezept braucht und einen Vormittag frei hat, weil das Team einen Betriebsausflug macht. Prima. Das zu lesende Fachbuch eingepackt, die am Anfang des Quartals organisierte Überweisung dazu gesteckt und dann ab zur Kinderklinik in der die Diabetologin sitzt.
In der Tagesklinik dann der übliche Plausch und ich setzte mich ins Wartezimmer, bis die Rezepte unterschrieben sind und vertreibe mir die Zeit mit lesen. Irgendwann kommt dann A. vorbei. A. sitzt im Rollstuhl und ich wundere mich noch über die Begleitgeräusche, lese aber erstmal weiter. Ah, die Frau ist nicht die Mutter (es sei denn, die trägt in ihrer Freizeit Shirts eines Pflegedienstes) und die Tasche? Das könnte eine Absaugpumpe sein. Und das Geräusch? Das kennst du doch...
A. malt mit ihrer Begleitung ein Bild, während der dazu passende Papa sich irgendwie mit der Situation arrangiert. Und dann frage ich doch: "Darf ich mal neugierig fragen: Hat sie einen Luftröhrenschnitt?" Ja, hat sie, seit April. "Es gibt Geräusche, die vergisst man dann doch nicht...." A. dreht sich auch zu mir rum, und weil es gemein ist über und nicht mit Kindern zu sprechen, gehe ich zu den dreien. Der Vater erzählt, dass A. nicht mehr schlucken kann, daher der Schnitt und daher die Magensonde. Ich erzähle kurz von meiner Jüngsten. Dass ihr Luftröhrenschnitt lange her ist und dass es ihr gut geht. Die Narben an A.s Kopf erzählen mir, dass sie eine ganz besondere Kämpferin ist, deren Geschichte hoffentlich ein gutes Ende nimmt. Der Vater erzählt ein wenig, bis ich schliesslich weiter geschickt werde und mich verabschiede.
Was bleibt ist ein Knoten im Bauch und Tränen in den Augen. Es tut noch immer weh, ja....
A. schicke ich auf diesem Weg nochmal ganz viel Kraft auf dem Weg zum gesund werden.
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