Noch eine Stunde Zeit. Ich erfülle mir noch schnell einen Buchwunsch. Lotta Wundertüte
In der Drogerie komme ich mit einer Frau ins Gespräch. Sie braucht Hilfe um an die Dinge zu kommen, die sie nicht erreicht. "Sonst bin ich mit meinem Sohn unterwegs, dann ist es einfacher". Stimmt, aber ich hätte sonst ein fröhliches Gespräch verpasst und über das Gerät gestaunt, dass die Frau an ihrem Rollstuhl hat. "Ja, ich hatte schon einige Lungenembolien." Uffz. Und Ärzte, die alles andere, als sensibel waren. Dennoch lachen wir beide, als wir getrennte Wege gehen. Im Bus der nächste Rollstuhlfahrer und als ich aussteige steigt, bzw. fährt ein weiterer in den Bus rein. Zufall? Sicher nicht.
Ich bin auf dem Weg zum Übernahmegespräch. Bleibe ich wirklich Inklusionskraft?
Im Bus fange ich an das Buch über Lotta zu lesen und kann mich kaum davon lösen. Die Frau findet die Worte, bei denen auch ich sage, ja, genau so war es. Die Frage nach dem abtreiben, die Gedanken nach der Geburt, dieses nicht-ertragen können der gesunden Kinder.... Das Buch lege ich erstmal weg, denn mir laufen die Tränen.
Eigentlich weiss ich, wie das Gespräch ausgehen wird, laufe aber erstmal noch ein paar Meter am Rhein um die Nerven wieder zu beruhigen. Es ist noch Zeit und ich schaue den Kindern in der Kita zu.
Aufgeregt bin ich trotz allem. Aber, dieses Gespräch tut gut. So viele positive Rückmeldungen sind wie Balsam.
Schliesslich verlasse ich mit einem sehr guten Gefühl und einem breiten Grinsen im Gesicht das Gebäude. Ich bin angekommen und dankbar.
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